Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden am 28.11.2024

vom

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Gäste,
und natürlich ganz besonders sehr geehrte anwesende Mitglieder der Verwaltung,

Ich möchte gerne heute mal reflektieren, über was wir hier im Haus reden und über was wir nach unserer Überzeugung reden sollten.

Am 22.04.2021 hat sich die Stadtverordnetenversammlung in ihrer heutigen Zusammensetzung noch unter Corona Auflagen in der WBH konstituiert.

Seitdem sind wir, die FDP mit ihrem jetzigen Personal Teil der kommunalen Willensbildung.

Damals waren wir noch guter Dinge, was bald einer gewissen Ernüchterung gewichen ist.

Schon in der ersten HH Rede die ich hier halten durfte, habe ich auf die exorbitanten Schuldenstände, auf die miserablen Einnahmen aus der Gewerbesteuer, auf den großen Anteil von Geld anderer Leute,

nämlich aus dem kommunalen Finanzausgleich und selbstverständlich auch auf die deprimierenden Platzierungen im kommunalen Finanz Ranking hingewiesen.

Irgendwie scheint das bis zum heutigen Tage nicht bei allen angekommen zu sein!

Welche wunderschönen Blüten an Anträgen hat diese Versammlung seither auf den Weg gebracht.

Legendär war ja auch das „Geschirrmobil“, welches wir inklusive Satzung letztes Jahr abgeschafft haben.
und jetzt auch noch „Neugestaltung von grünen Verweilorten“ (250.000€ SPD) Finanzierung ausgerechnet auch noch „aus der Gewerbesteuer“, die ja bekanntlich deutschlandweit zu den Schlechtesten gehört.


Sie erinnern sich ganz bestimmt, ich habe es im vergangenen Jahr schon mal erzählt, Platz 539 von 566 kreisgebundenen Kommunen.

Das ist jetzt nur eine kleine Auswahl, aber was haben diese Anträge alle gemeinsam?

Ich sag’s ihnen: Sie sind wahllos, zufällig, zusammengestückelt, ohne Kontext, keine rote Linie, kosten Steuergeld und dienen fast ausschließlich nur dazu sagen zu können „Wir machen was für Euch Bürger“ – und das spiegelt sich ja auch wunderschön in den sozialen Medien wider. „leere Kassen sind kein Grund für Stillstand“

Öffentliche Gelder raushauen als gäbe es kein Morgen, kein Plan, keine Nachhaltigkeit, keinerlei „Return on Investment“

Aber auch wir selbst haben überflüssige Anträge gemacht wie zum Beispiel:

Unsere Anträge und Initiativen folgen aber einer roten Linie: Was ist dringend, was ist wichtig und was ist dringend und wichtig und wo kommt das Geld her, das so gerne umverteilt werden soll.

So, was haben wir als dringend und wichtig angesehen?

Das alles hat der Bürgermeister Dr. Krey dankenswerterweise sehr schnell auf den Weg gebracht.

Legendär schon jetzt der Wirtschaftsempfang im Feuerwehrhaus oder die AzubiMesse im Schanz, wo Mühlheim endlich in einer angemessenen Weise präsentiert wurde.

Bis aber davon irgend etwas Früchte trägt, wird noch viel Wasser die Rodau runter fließen. Was in Jahrzehnten verabsäumt wurde, lässt sich nicht in ein paar Jahren heilen!

Der HH2025 ist daher nicht weniger als die unmittelbare Hinterlassenschaft von Jahrzehnten der Umverteilung, Verteilung in einer Großzügigkeit, die in keinem Verhältnis zur Einnahmesituation stand!

Aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat Dr. Krey heute nicht mehr das Privileg der fetten Jahre!

Was droht uns nun als Kommune?

Ein Blick in den Kommunalbericht 2024 des Hessischen Rechnungshofes (Pflichtlektüre für alle Kommunalpolitiker) zeigt, dass sich die Finanzlage der hessischen Kommunen innerhalb von nur zwei Jahren massiv verschlechtert hat. Die Finanzierungssalden sind regelrecht in den Keller gerauscht.

Wir können uns darauf einstellen, dass das in den Folgejahren gewiss nicht besser wird.

Wir müssen uns also als Stadtverordnetenversammlung endlich gemeinschaftlich der Verantwortung stellen, die uns übertragen wurde!

Wir können unsere gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Ziele nur erreichen, wenn wir zuvor die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen haben.

Endlose Verschuldung ist NICHT nachhaltig

Wenn man Wohlstand umverteilen will, muss man den erst mal erwirtschaften.

Wir sollten uns daher jetzt endlich und fraktionsübergreifend und gemeinsam darauf konzentrieren wirklich DRINGEND und WICHTIG ist.